Anarchie

Dies hier ist ein Schulaufsatz eines jungen Anarchos, der Anarchisten und Nichtanarchisten möglicherweise klarer sehen lässt!

Anarchie als Ordnungsbegriff

Wenn ich den Begriff Anarchie nur schon erwähne, denken die meisten Leute an das totale Chaos. Ich möchte Ihnen in diesem Aufsatz aufzeigen, dass die Anarchie mit dem Durcheinander nichts zu tun hat. Im Gegenteil: Sie ist die höchste Form der Organisation.

Schon in den allgemein gültigen Lexiken und dem offiziellen Sprachnachschlagewerk "Duden" wird der Begriff Anarchie nur mit "Gesetzlosigkeit" übersetzt. Dies ist jedoch nur bedingt richtig: Zwar wollen die Anarchisten den Staat und somit auch alle Gesetze abschaffen, dies bedeutet jedoch noch lange nicht, dass es keine Regeln mehr gibt.

Diese werden jedoch als mündliche Vereinbarungen gehalten.

Doch von Anfang an. Was ist Anarchie überhaupt? Die ersten Gedanken an eine staatenlose Zukunft wurden bereits am Ende des 17. Jahrhundert vom englischen Philosophen Godwin getätigt, der auf der Suche nach dem perfekten "Staat" war. Genau genommen, war dies zwischen 1789 und 1800 zur Zeit der Französischen Revolution. Der Begriff Anarchie selbst entstand jedoch erst vor rund 150 Jahren.

Die Erfinder? Das Volk. Oder Besser gesagt das revolutionär gesinnte Volk des Proletariats.

Einer der Hauptunterschiede zwischen Kommunismus und Anarchie ist, dass es bei der Anarchie keinen klaren Erfinder gibt (wie Karl Marx beim Kommunismus), sondern dass sich die Anarchie immer wieder mit neuen Erfahrungen aus Revolutionen anreicherte und sich so weiter entwickelte.

Der wichtigste Unterschied zwischen diesen beiden Formen (Kommunismus und Anarchie) ist jedoch ein anderer: Während die Kommunisten den Staat nach der Revolution ersetzen wollen, wollen ihn die Anarchisten abschaffen. Sie wollen auf eine Regierung, auf die Polizei, auf die Bürokratie etc. verzichten und den ganzen Staatsapparat dem Volk überlassen. Dies soll dann Räte bilden, welchen sämtliche Personen angehören, die vom entsprechenden Thema betroffen sind. Also zum Beispiel einen Konsumentenrat, einen Quartierrat und so weiter. In diesen Räten ist jeder gleichberechtigt. Um überregionale Probleme, wie zum Beispiel das Postwesen oder den öffentlichen Verkehr, zu lösen, finden Versammlungen statt, an welchen Vertreter aus allen betroffenen (regionalen) Räten teilnehmen. Diese Vertreter werden von mal zu mal neu gewählt, und haben gegenüber den Volksvertreter in einer Demokratie den Vorteil, dass erstens jedes Ratmitglied den Vertreter kennt und zweitens die Vertreter sich klar an die Vorschriften und Interessen des Rats zu halten haben. Die Abschaffung des Staats und die Anschaffung von Räten ist der wichtigste Punkt der Anarchie. Alles weitere sind noch Folgen dieses Schrittes. So auch die Abschaffung der Grenzen, die Abschaffung des Geldes und die Abschaffung der jetzigen Familienformen wie die Ehe (Zitat Godwin: "Die Ehe ist ein Gesetz und das schlechteste überhaupt"). Laut Meinung der meisten Anarchisten sollten die Menschen in großen Wohngemeinschaften leben, und die Wahlverwandtschaft sollte eingeführt werden. Ein weitaus interessanterer Schritt als die Abschaffung der Ehe ist jedoch die Abschaffung des Geldes. Sie werden nun denken: "Was? Und dann sollen wir wieder mit Ziegen und Kühen tauschen wie in der Urzeit?" "Nein, natürlich nicht", ist darauf meine Antwort.

Nehmen wir mal an, sie könnten in eine Bäckerei gehen, eine Brot "kaufen" und ohne zu bezahlen wieder gehen. Anderseits kann jedoch der Sohn des Bäckers gratis zu Ihnen in die Schule kommen. Und der Bäcker kann beim Bauern seine Milch gratis beziehen. So kann man auf das Geld, ohne die Einführung des Tauschhandels, verzichten. Nun werden Sie wieder sagen: "Was? Und was ist, wenn jemand nicht mehr arbeiten geht? Muss dann die Gemeinschaft weiter für ihn aufkommen?" Darauf antworten Ihnen die Anarchisten, dass eine Kommune (Gemeinschaft) nicht dazu verpflichtet ist, jemanden aufzunehmen. So kann ein nicht mehr arbeitendes Mitglied auch wieder ausgeschlossen werden. Doch es wird auch nicht mehr ein so großes Verlangen bestehen, nicht zu arbeiten.

Seien wir mal ehrlich. Die meisten Menschen gehen nicht gerne zur Arbeit.

Dies gilt vor allem für Fabrikarbeiter. Das liegt wohl in erster Linie daran, dass ihre Tätigkeit eintönig und langweilig ist. Sie können nichts von Anfang bis Ende produzieren, sondern machen immer nur die eine Bewegung am Fliessband. Tag ein, Tag aus. Gehen wir jetzt davon aus, dass man diese Arbeit wesentlich attraktiver und interessanter gestalten könnte (mit Hilfe modernster Technik ist das möglich). Müssten dann nicht auch diese Arbeiter ihren Beruf wieder lieber ausüben? Und bestände dann nicht einen viel kleinerer Drang, zu Hause zu bleiben? Und wenn mal jemand einen Tag nicht arbeiten geht, ist ja das auch nicht weiter tragisch.

Eingangs dieses Aufsatzes habe ich erwähnt, die Anarchie sei die höchste Form der Ordnung. Dies trifft zu, weil sie die natürlichste Form der Ordnung ist, da jegliche Form der Autorität und der Unterdrückung abgeschafft ist.

Wenn Sie das auch nicht glauben, so hoffe ich jedoch, Ihnen wenigstens aufgezeigt zu haben, dass Anarchie nicht das Chaos bedeutet. Das sei Wunschdenken, sagen Sie? Dann wissen Sie wohl nicht, dass Spanien 3 Jahre und die Ukraine 4 Jahre als Anarchie funktionierten. Wieso nur so kurz? Sowohl die spanische wie auch die ukrainische Anarchie sind unter dem Kugelhagel fremder Völker zu Grunde gegangen.

Ich möchte diesen Aufsatz mit ein paar Sprüchen beenden. Der erste ist für diejenigen, die die Demokratie, als höchstmögliche Form der Freiheit ansehen:

  • Ich bin nicht frei. Ich kann nur wählen, welche Diebe mich bestehlen, welche Mörder mir befehlen.
  • Seid realistisch, fordert das Unmögliche (Ernesto "CHE" Guevara)
  • Die Übertreibung ist der Anfang jeder Erfindung.
  • Anarchie ist die sehnsüchtige Suche nach der unendlichen Freiheit.
Dieser Text ist von www.webpunk.de geklaut !
 

Wollen die Anarchisten die Republik ins Chaos stürzen?

In tiefer Nacht, wenn die Lichter der Laternen die dunklen Winkel nicht mehr erreichen, und die Fassaden lange Schatten werfen, gehen mysteriöse, schreckliche Dinge vor. Durch die schlafende Stadt huschen schwarzgekleidete Gestalten mit tief in die fanatischen Fratzen gezogenen Schlapphüten und dämonischen Sturmhauben. Sie unterminieren das friedliche Gemeinwesen, verstecken gefährliches Material und schreiben ihr schwarzes Menetekel an die Mauern. Weite Umhänge und Jacken verhüllen mühsam die waffenstarrende Ausrüstung. Sprengstoff beult die Taschen der düsteren Gestalten. Manchmal hört man verhalten laut rauhe Kommandos oder leises signalisierendes Zischen. wenn es nicht gerade von einer rennenden Zündschnur kommt. Im nikotingelben Gebiß blitzt der Dolch. von dem schäumend Speichel tropft, bereit, seine Schneide ins Herz des arglos seine Runde drehenden Polizisten zu ermorden. Stechende Augen belauern die ausgestorbenen Straßen. Leise ächzend werden schwere Kisten voll Waffen und Munition in geheime Keller und Schlupfwinkel geschleppt, in denen VerschwörerInnen Tag und Nacht, aufgeputscht von Drogen, finstere, subversive Pläne schmieden und am Sturz der Regierung arbeiten.
Sie bereiten ihn vor, den großen Schlag, den Tag X. an dem sie das Feuer an die Lunten legen. die Zünder aktivieren und das teuflische Werk zu vollenden trachten: die Zerstörung jeder Ordnung, den Ausbruch des fürchterlichen gesetzlosen Chaos', die Willkürherrschaft der Wirrköpfe, Plünderung, Terror, Mord und Totschlag allenthalben ... diehiehiiiii grausamen, die wahnsinnigen ANARCHISTiNNEN!

????????

... ja, so stellen sich viele "die Anarchie" vor. In Regierungserklärungen, Presse, Funk, Fernsehen und Literatur wird sie als Schreckensbild an die Wand gemalt wie der Leibhaftige. Aber ist das die Wirklichkeit? Kann denn jemand allen Ernstes so etwas Entsetzliches wollen?

ANARCHIE IST ORDNUNG OHNE HERRSCHAFT.

ANARCHISTiNNEN gibt es schon seit Tausenden von Jahren, ja wahrscheinlich so lange wie es Menschen gibt, und den Wunsch, frei von Unterdrückung zu sein. Die ersten überlieferten Namen begegnen uns bei den Philosophen der alten Griechen; Zeno, der geistige Vater der Stoiker, war einer von ihnen. Sein Wahlspruch: "Jeder nach seinem Können, jeder nach seinen Bedürfnissen", gilt uns heute noch immer. Viele bekannte Menschen: SchriftstellerInnen, KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen zählten und zählen sich zu den AnarchistInnen, deren Ziel es ist:

EINE HERRSCHAFTSLOSE UND GEWALTFREIE GESELLSCHAFT AUF DER BASIS DER FREIWILLIGKEIT UND DER GEGENSEITIGEN HILFE ZU ERREICHEN.

Das sei vöööllig "utopisch" hören wir die Philister auf ihren Rängen und Emporen stöhnen. Lachend schütteln sie Bauch und Eierköpfe über so viel Unverstand und IDEALISMUS.
Seit rund 150 Jahren gibt es in Europa und der Welt Menschen, die sich als AnarchistInnen bezeichnen. Das Wort kommt aus dem Griechischen von "an-archos", das heißt: "ohne Herrschaft". Der französische Sozialist Pierre-Joseph Proudhon bezeichnete sich als erster öffentlich und provokativ als "Anarchist". Obwohl der Anarchismus schon frühere DenkerInnen hatte, wurde er erst Mitte des 19. Jahrhunderts mit der aufkommenden ArbeiterInnenbewegung zu einer politischen Theorie und Kraft. Eine seiner bekanntesten Figuren war der russische Revolutionär Michael Bakunin, der als Organisator große Bedeutung erlangte. Er bildete auf der sozialistischen Ersten Internationale den Gegenpol zu Karl Marx. Diese Internationale zerbrach 1872 am Widerspruch zwischen dem marxistisch-autoritären Flügel (bis 1876) und dem ("bakuninistisch"-) antiautoritären, der zunächst noch der größere und langlebigere war. Hier stoßen wir darauf, daß sich die AnarchistInnen in der Regel für den SOZIALISMUS (in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes) einsetz(t)en. Der Grundwiderspruch der ersten Internationale besteht allerdings noch heute: Die AnarchistInnen wollen einen sich freiwillig entwickelnden Sozialismus, der sich von unten nach oben, also föderativ aufbaut. Das weist auch gleich darauf hin, daß die AnarchistInnen nicht Feinde jeglicher Organisation sind, sondern vielmehr nur zentralistische, autoritäre Organisationsformen ablehnen und somit in direktem Gegensatz zu nahezu allen sogenannten "kommunistischen" oder sozialistischen PARTEIEN stehen. Insbesondere zu den "real-existierenden" (bzw. existiert habenden!). Rätekommunistische oder basisdemokratische Orientierungen stehen den AnarchistInnen somit am nächsten.

"Sowas klappt doch nie!! Das sind ja alles Spinner, harmlos oder gefährlich, je nachdem!"

Nun, Anarchistische Tendenzen oder Realisierungsversuche im Großen hat es schon mehrfach gegeben, nämlich z.B. in:

  • der PARISER COMMUNE von 1871, im Blut erstickt von den Versailler Generälen, die, eben von Kaiserdeutschland besiegt, mit dessen massiver Unterstützung in Paris das eigene Volk abschlachteten;
  • der MEXIKANISCHEN REVOLUTION von 1912, als die "Zapatistas" mit dem Ruf "Tierra y Libertad", "Land und Freiheit", die Diktatur stürzten. Emiliano Zapata wurde vom Militär der neuen "Demokratie" heimtückisch ermordet;
  • der (2.) MÜNCHENER RÄTEREPUBLIK von 1919 (sowie einigen anderen schwarz-roten Räten z.B. im Ruhrgebiet 1920), abgeschlachtet von SPD-Noske und -Hoffmann und ihren Reichswehr-, Freikorps- und Nazimarodeuren;
  • der MACHNOW-BEWEGUNG in der UKRAINE während der russischen Oktoberrevolution, heimtückisch niedergemacht von der "Roten Armee" Moskaus, nachdem gemeinsam die zaristisch-kapitalistischen Invasionstruppen Wrangels und Denikins besiegt worden waren, sowie andere anarchistische Republiken zu Beginn der sog. Sowjetunion:
  • dem AUFSTAND VON KRONSTADT (Insel und Seefestung vor Rußlands Hauptstadt St. Petersburg) 1921, dessen Beteiligte die Bolschewisten Lenin-Trotzki "abschießen" ließen "wie Rebhühner". (0-Ton!);
  • dem AUFSTAND IN PATAGONIEN (Arsenlinien - 1921), mit Massenerschießungen niedergemetzelt vom Militär;
  • in der sogenannten "COMMUNE VON SHANGHAI" (1925), der die machthabenden russischen Bolschewisten die Hilfe verweigerten: "Laßt Schanghai brennen!;
  • der SPANISCHEN REVOLUTION von 1936-1939, der Francos Militär-Putschisten. Hitler, Mussolini und der "Verbündete" Stalin in trauter Eintracht den Garaus machten (1939 Hitler-Stalin-Pakt!), während die europäischen z.T. "sozialistischen" Demokratien und die USA "sich nicht einmischten": so begann der 2. Weltkrieg!!!
  • sowie unbekannteren Ereignissen zu vielen anderen Zeiten und an vielen anderen Orten der Erde.

Die bürgerliche und die bolschewistisch-stalinistische Geschichtsschreibung hat die libertären Spuren oft verwischt oder bewußt ganz "bereinigt" und ausgelöscht. Die wiedererstandene anarchistische Literatur bietet hierzu ein weites Informationsfeld. Es gilt ein verschüttetes, freiheitliches Menschenbild wieder zu beleben. Denn

FREIHEIT HAT EINEN NAMEN: ANARCHIE!

FREIHEIT - das ist ein viel benutztes und mißbrauchtes Wort. Alle nehmen es in Anspruch, sogar Nazis und StalinistInnen. Wirkliche Freiheit kann es aber nur da geben, wo es keine Herrschaft von Menschen über Menschen gibt. Das bedeutet also auch die Abwesenheit von Staat. Kapital, Geschlechterherrschaft (Patriarchat), Rassismus und Imperialismus in jeder Form. Frei ist nur, wer über sich selbst: sein Leben, seinen Körper und Denken, unbevormundet selber entscheiden kann. Dazu bedarf es des Wohlstands für alle: guter Kleidung, menschenwürdiger Wohnverhältnisse, ausreichend gesunder Nahrung, und das Endes des Zwangs zur Arbeit. Heute stehen wir zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit an der Schwelle eines Zeitalters, das diesen alten Traum möglich machen könnte. Ja schon heute bräuchte es keine Hungerkatastrophen und kein individuelles Elend auf Grund von Mangel mehr zu geben. Statt dessen leben wir in einer Welt, die schamlos von den Herrschenden aller Couleur ausgebeutet, zerstört und der Vernichtung anheimgegeben wird. Die großen Probleme unserer Zeit wie Umweltzerstörung, Hochrüstung und Kriegsgefahr, Bildungsnotstand, Arbeitslosigkeit und Hungersnöte, immer perfektere soziale Kontrolle, neuer nationaler Größenwahn allenthalben und rabiate Machtausübung, Frauenunterdrückung, Sexismus, Vergewaltigung und Mord, sprechen eine beredte Sprache.
Die "Freiheit der Menschen" ist nicht zu verwechseln mit "der Freiheit der Männer", als die auch manche Anarchisten ihre Lehre einseitig verstanden zu haben scheinen. Wir leben nach wie vor in einer patriarchalisch organisierten und beHERRschten Gesellschaft und Welt, in der die brutale Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen (und andersgesinnten Männern) die Regel darstellt.
Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, daß AnarchistInnen sich an vorderster Stelle gegen die patriarchale Hierarchie auflehnen, die das stärkste und über die ganze Welt verbreitete System der Herrschaft ist. Wir alle haben es tief verinnerlicht. Männer und Frauen stehen ihren "Mann" in der hierarchischen Pyramide und bewahren sie vor dem Einsturz. In den reichen Ländern, in denen wir leben, profilieren Männer und Frauen (in dieser Reihenfolge) vom Patriarchat. Frauen ziehen auch in dieser Gesellschaft in der Regel den kürzeren, und werden zur ökonomischen Ausbeutung zusätzlich sexuell ausgebeutet und mißhandelt. Das trifft in doppelter Hinsicht auf ausländische Frauen zu, die darüber hinaus noch Opfer des allgegenwärtigen AusländerInnenhasses und Rassismus sind. Viele Berührungspunkte zwischen Feminismus und Anarchismus liegen somit auf der Hand. Es kann aber auch nicht der Sinn von befreiender Gleichberechtigung sein, wenn (Alibi) Frauen vom Typ Thatcher, Süßmuth, Breuel, Ciller etc. die Plätze der Macht einnehmen, die Geschlechterrollen einfach umgetauscht werden. Wir AnarchistInnen wollen den gänzlich freien Menschen, ohne Wenn und Aber, gleichberechtigt in jeder Beziehung, und das hört nicht beim sog. "Privaten" auf, sondern gilt gerade und insbesondere da.

ANARCHIE IST OHNE DIE FREIHEIT DER FRAUEN NICHT DENKBAR, schon gar nicht "machbar", (Herr Nachbar...)!

Anarchie heißt auch nicht "Freiheit der Erwachsenen". Kinder sind in dieser Gesellschaft als schwächstes Glied der Willkürherrschaft der Familien und ErzieherInnen ausgesetzt. Weltweit sind Kinder als Spielball ihrer Eltern und als Opfer verfehlter Erwachsenenmachtpolitik die Leidtragenden einer autoritären und ausbeuterischen Gesellschaft. Das gipfelt in Vergewaltigung, Folter, Sklaverei und Mord. Anarchie verwirklichen bedeutet vor allem, eine Zukunft für Kinder zu schaffen, die befreit ist von autoritärer Unterdrückung und Manipulation. Kinder sollen frei von Angst und Benachteiligung als kleine, ernstzunehmende Menschen aufwachsen und sich entfalten können. Für sie haben wir zwar Sorge zu tragen und ihnen auf Grund unserer größeren Erfahrung, Körperkraft und unserer materiellen Möglichkeiten unsere Förderung, Schutz und Hilfe zukommen zu lassen. Aber deshalb gibt es keinerlei "Besitzrechte" an ihnen. Es sind nicht unsere Kinder, sondern zu allererst frei geborene und gleichberechtigte Menschenwesen, die ein Recht auf persönliche Freiheit, Unversehrtheit und das Erbe einer intakten Um-Welt haben.

Unserem Selbstverständnis gemäß sind wir natürliche GegnerInnen jedes Rassismus und Nationalismus. FREIHEIT HAT KEIN VATERLAND und niemand ist berechtigt, sich wegen seiner Herkunft oder Abstammung über andere zu stellen.
Von Religionen halten wir ebenfalls herzlich wenig, auch wenn wir sie als Privatangelegenheit tolerieren. Sie vernebeln die Hirne und machen die Menschen in Erwartung eines "besseren Jenseits" regierbar. Autoritäre Pfaffenbonzokratien, mit ihrer in der politischen Machtentfaltung nur allzu sehr "weltlichen" Geistlichkeit, bekämpfen wir ebenso wie jeden Staat. Kapital und Staat versklaven den Körper, die Kirchen den Geist. Und wie wir sehen, gehen beide in Form der "Gottesstaaten" die verderblichste Symbiose ein (Herrschaft "von Gottes Gnaden" , Inquisition, "heilige" Kriege, Scharia).

Wir setzen gegen Herrschaft und Unterdrückung uns selbst, das Individuum mit dem revolutionären Bewußt-Sein, die Welt ändern zu wollen und zu müssen. Wir setzen dagegen die Selbstorganisation aller freiheitlich denkenden Menschen und unser Eintreten für unsere eigenen Belange und Bedürfnisse, ohne sie auf Kosten anderer Menschen durchsetzen zu wollen. Wir setzen dagegen die DIREKTE AKTION als subjektive und objektive Veränderung unseres Lebens im Großen und Kleinen, ohne institutionelle Umwege. Wir tun das Machbare. Wir versuchen das "Unmögliche" Wir setzen gegen das verherrschte Jetzt den Willen jedes einzelnen Menschen zur größtmöglichen FREIHEIT.

WIR BRAUCHEN KEINE ANDEREN HERREN, SONDERN KEINE! (Bert Brecht)

Es gibt keine Patentrezepte, deshalb kann es bei uns auch keine perfekten Programme, keine FührerInnen, Dogmen und VorbeterInnen geben. Die Selbstorganisation ist nur möglich durch die weitestgehende Entfaltung, Mitarbeit und Selbstverantwortlichkeit der Einzelnen zusammen mit anderen, und ihren Willen, zu handeln.

Parlamentarismus in jeder Form ist im geringsten Fall die ständige Unterdrückung von Minderheiten durch die etablierte Mehrheit. Darum lehnen wir auch diese Form der Oberherrschaft ab. Es gibt kaum ein Verbrechen, das noch nicht von sogenannten demokratischen Regierungen im Namen von "Demokratie" und "Freiheit" begangen worden wäre, mensch denke nur an die USA. Sogar Hitlers NSDAP (ca. 30% WählerInnen) ist von den (konservativen) Weimarer Demokraten 1933 ohne Not die Macht übergeben worden!
Wir wollen die Kompetenzen für uns behalten, die andere allzu bereitwillig weggeben und in die Hände derer legen, die sie schändlichst mißbrauchen. Ein ausgeklügeltes System von Gesetzen und Verordnungen sorgt dafür, daß hier und anderswo die ehrlich revolutionärste Partei innerhalb kürzester Zeit zum Polstor wird. auf dem die Mächtigen komfortabel ruhen. Selbstbestimmung jedoch gibt der Korruption keine Chance, denn wer bescheißt schon sich selbst?!

Noch etwas zum guten Schluß: Wir haben keine Lobby und kochen auch nur mit Wasser. Freiheit ist auch nicht bequem und ungefährlich. Es liegt in der Natur der Sache, daß du dich schon selber aufraffen mußt, etwas zu tun, etwas in Bewegung zu bringen. Du kannst es! Wenn du also von jemand etwas erwartest, dann erwarte es am besten erstmal von dir selber. Das ist ein guter Weg zu gemeinsamer Stärke und Vielfalt.

Nichts spricht dafür, denn auch in dem Teil der Erde, der sich kommunistisch nennt, weiss man über Anarchisten nichts gutes zu berichten. "Kleinbürgerliche Chaotiker", "voluntaristische Helfershelfer der Konterrevolution", "Linkschaoten" sind die üblichen Vokabeln, mit denen man uns dort belegt. Also: auch hier nichts Gutes.

Viel Feind, viel Ehr´?

Wenn man Anarchisten in Ost und West nicht leiden kann, dann muss das einen Grund haben. Was also ist ein Anarchist wirklich?

Versuchen wir es mit der Kurzdefinition: Ein Anarchist glaubt an die freie Gesellschaft gleichberechtigter Menschen ohne Herrschaft. Er tritt für die Beseitigung jeder Herrschaft ein und bekämpft deshalb Staat, Kirche (als kapitalbesitzendes Machtwerkzeug), Polizei, Kapital, Herrschaftsideologie. Er tritt immer und überall für die Interessen der unterdrückten Masse ein, gleichzeitig arbeitet er an den theoretischen Modellen und den praktischen Beispielen für eine künftige Gesellschaft, eine Gesellschaft ohne Herrschaft und Autorität, ohne Ausbeutung und Entfremdung, aufgebaut auf neuen Prinzipien wie Solidarität statt Egoismus, gegenseitige Hilfe statt Konkurrenz und freie Vereinbarung statt Befehlsprinzip [FREIE VEREINBARUNG und GEGENSEITIGE HILFE sind Begriffe, die Peter Kropotkin geprägt hat. Zentraler Punkt bei diesen Begriffen ist die freie Willensentscheidung des Menschen und die Solidarität der Menschen untereinander].

"Das klingt ja alles sehr gut", werden Sie sagen, "aber das ist ein schöner Wunschtraum und nicht zu verwirklichen." Sie werden lachen: Anarchisten behaupten doch tatsächlich, dass einen Gesellschaft möglich ist und erklären Ihnen auch warum sie möglich sein kann. Und nun werden Sie staunen: Es hat tatsächlich schon ein halbes Dutzend Beispiele anarchistischer Gemeinwesen gegeben. Wussten Sie, dass die Ukraine fast vier Jahre lang anarchistisch war? Wussten Sie, dass es vor allem die Anarchisten waren, die im Spanischen Bürgerkrieg gegen den Faschismus gekämpft haben (und ihn besiegt hätten, wenn sie nicht von den Kommunisten und der Regierung sabotiert, bzw. nicht voll unterstützt wurden)? Millionen von spanischen Arbeitern haben praktisch gezeigt, dass Anarchismus möglich ist!

Also wenden sie sich genauso scharf gegen Herrschaft im Kommunismus wie im Kapitalis-mus. Folgerichtig ziehen sie sich den unversöhnlichen Hass der herrschenden in Ost und West auf den Hals, und ebenso folgerichtig ist auch der Anarchismus heute die einzige Alternative, einen freien und menschlichen Sozialismus zu verwirklichen. Genau deshalb ist der Anarchis-mus nach dem Krieg auch wieder auferstanden. Obwohl Trotzki, der Marschall der roten Armee, dem Anarchismus schon 1920 befohlen hatte: "Geht, wohin ihr gehört - auf den Misthaufen der Geschichte!"

Aber durch die immer perfekter werdende Unterdrückungsmaschinerie der Systeme, durch eine Gesellschaftsordnung, in der der einzelne Mensch nichts mehr bedeutet, in der die Technik dem Menschen nicht mehr dient, sondern ihn umzubringen droht, und in der das kapitalistische und kommunistische Wirtschaftssystem derart versagen, dass täglich 27.000 (!) Menschen in der 4. und 5.Welt verhungern müssen (le monde 1968) - kurz: in dem "repressiven Chaos" aller heutigen Herrschaftssysteme, hat der Anarchismus eine ungeahnte Aktualität erhalten.

Auszug aus aus dem Buch "was ist eigentlich Anarchie" (erschienen im Karin Kramer Verlag Berlin)


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Wollen die Anarchisten die Republik ins Chaos stürzen ?

In tiefer Nacht, wenn die Lichter der Laternen die dunklen Winkel nicht mehr
erreichen, und die Fassaden lange Schatten werfen, gehen mysteriöse, schreckliche
Dinge vor. Durch die schlafende Stadt huschen schwarzgekleidete Gestalten mit
tief in die fanatischen Fratzen gezogenen Schlapphüten und dämonischen
Sturmhauben. Sie unterminieren das friedliche Gemeinwesen, verstecken
gefährliches Material und schreiben ihr schwarzes Menetekel an die Mauern.
Weite Umhänge und Jacken verhüllen mühsam die waffenstarrende Ausrüstung.
Sprengstoff beult die Taschen der düsteren Gestalten. Manchmal hört man
verhalten laut raue Kommandos oder leises signalisierendes Zischen. Wenn es
nicht gerade von einer rennenden Zündschnur kommt. Im nikotingelben Gebiss
blitzt der Dolch. Von dem schäumend Speichel tropft, bereit, seine Schneide ins
Herz des arglos seine Runde drehenden Polizisten zu ermorden. Stechende Augen
belauern die ausgestorbenen Straßen. Leise ächzend werden schwere Kisten voll
Waffen und Munition in geheime Keller und Schlupfwinkel geschleppt, in denen
VerschwörerInnen Tag und Nacht, aufgeputscht von Drogen, finstere, subversive
Pläne schmieden und am Sturz der Regierung arbeiten.
Sie bereiten ihn vor, den großen Schlag, den Tag X. an dem sie das Feuer an die
Lunten legen. Die . Aber ist das die Wirklichkeit? Kann denn jemand allen Ernstes
so etwas Entsetzliches wollen?

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ANARCHISTiNNEN gibt es schon seit Tausenden von Jahren, ja wahrscheinlich
so lange wie es Menschen gibt, und den Wunsch, frei von Unterdrückung zu sein.
Die ersten überlieferten Namen begegnen uns bei den Philosophen der alten
Griechen; Zeno, der geistige Vater der Stoiker, war einer von ihnen. Sein
Wahlspruch: "Jeder nach seinem Können, jeder nach seinen Bedürfnissen", gilt
uns heute noch immer. Viele bekannte Menschen: SchriftstellerInnen,
KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen zählten und zählen sich zu den
AnarchistInnen, deren Ziel es ist:

EINE HERRSCHAFTSLOSE UND GEWALTFREIE GESELLSCHAFT AUF
DER BASIS DER FREIWILLIGKEIT UND DER GEGENSEITIGEN HILFE
ZU ERREICHEN.



Das sei völlig "utopisch" hören wir die Philister auf ihren Rängen und Emporen
stöhnen. Lachend schütteln sie Bauch und Eierköpfe über so viel Unverstand und
IDEALISMUS.
Seit rund 150 Jahren gibt es in Europa und der Welt Menschen, die sich als
AnarchistInnen bezeichnen. Das Wort kommt aus dem Griechischen von
"an-archos", das heißt: "Ohne Herrschaft". Der französische Sozialist
Pierre-Joseph Proudhon bezeichnete sich als erster öffentlich und provokativ als
"Anarchist". Obwohl der Anarchismus schon frühere DenkerInnen hatte, wurde er
erst Mitte des 19. Jahrhunderts mit der aufkommenden ArbeiterInnenbewegung zu
einer politischen Theorie und Kraft. Eine seiner bekanntesten Figuren war der
russische Revolutionär Michael Bakunin, der als Organisator große Bedeutung
erlangte. Er bildete auf der sozialistischen Ersten Internationale den Gegenpol zu
Karl Marx. Diese Internationale zerbrach 1872 am Widerspruch zwischen dem
marxistisch-autoritären Flügel (bis 1876) und dem ("bakuninistisch")
antiautoritären, der zunächst noch der größere und langlebigere war. Hier stoßen
wir darauf, dass sich die AnarchistInnen in der Regel für den SOZIALISMUS (in
der ursprünglichen Bedeutung des Wortes) einsetz(t)en. Der Grundwiderspruch
der ersten Internationale besteht allerdings noch heute: Die AnarchistInnen wollen
einen sich freiwillig entwickelnden Sozialismus, der sich von unten nach oben, also
föderativ aufbaut. Das weist auch gleich darauf hin, dass die AnarchistInnen nicht
Feinde jeglicher Organisation sind, sondern vielmehr nur zentralistische, autoritäre
Organisationsformen ablehnen und somit in direktem Gegensatz zu nahezu allen
sogenannten "kommunistischen" oder sozialistischen PARTEIEN stehen.
Insbesondere zu den "real-existierenden" (bzw. existiert habenden!).
Rätekommunistische oder basisdemokratische Orientierungen stehen den
AnarchistInnen somit am nächsten.

"So was klappt doch nie!! Das sind ja alles Spinner, harmlos oder gefährlich, je
nachdem!"

Nun, Anarchistische Tendenzen oder Realisierungsversuche im Großen hat es
schon mehrfach gegeben, nämlich z.B. in:



Der PARISER COMMUNE von 1871, im Blut erstickt von den Versailler Generälen, die, eben von
Kaiserdeutschland besiegt, mit dessen massiver Unterstützung in Paris das eigene Volk
abschlachteten;

Der MEXIKANISCHEN REVOLUTION von 1912, als die "Zapatistas" mit dem Ruf "Tierra y
Libertad", "Land und Freiheit", die Diktatur stürzten. Emiliano Zapata wurde vom Militär der neuen
"Demokratie" heimtückisch ermordet;

Der (2.) MÜNCHENER RÄTEREPUBLIK von 1919 (sowie einigen anderen schwarz-roten Räten
z.B. im Ruhrgebiet 1920), abgeschlachtet von SPD-Noske und -Hoffmann und ihren Reichswehr-,
Freikorps- und Nazimarodeuren.

Der MACHNOW-BEWEGUNG in der UKRAINE während der russischen Oktoberrevolution,
heimtückisch niedergemacht von der "Roten Armee" Moskaus, nachdem gemeinsam die
zaristisch-kapitalistischen Invasionstruppen Wrangels und Denikins besiegt worden waren, sowie
andere anarchistische Republiken zu Beginn der sog. Sowjetunion:

Dem AUFSTAND VON KRONSTADT (Insel und Seefestung vor Russlands Hauptstadt St.
Petersburg) 1921, dessen Beteiligte die Bolschewisten Lenin-Trotzki "abschießen" ließen "wie
Rebhühner". (0-Ton!);

Dem AUFSTAND IN PATAGONIEN (Arsenlinien - 1921), mit Massenerschießungen
niedergemetzelt vom Militär.

In der sogenannten "COMMUNE VON SHANGHAI" (1925), der die machthabenden russischen
Bolschewisten die Hilfe verweigerten: "Lasst Schanghai brennen!

Der SPANISCHEN REVOLUTION von 1936-1939, der Francos Militär-Putschisten. Hitler,
Mussolini und der "Verbündete" Stalin in trauter Eintracht den Garaus machten (1939
Hitler-Stalin-Pakt!) Während die europäischen z.T. "sozialistischen" Demokratien und die USA "sich
nicht einmischten": so begann der 2. Weltkrieg!





Sowie unbekannteren Ereignissen zu vielen anderen Zeiten und an vielen anderen Orten der Erde.




Spuren oft verwischt oder bewusst ganz "bereinigt" und ausgelöscht. Die
wiedererstandene anarchistische Literatur bietet hierzu ein weites Informationsfeld.
Es gilt ein verschüttetes, freiheitliches Menschenbild wieder zu beleben. Denn

FREIHEIT HAT EINEN NAMEN: ANARCHIE!

FREIHEIT - das ist ein viel benutztes und missbrauchtes Wort. Alle nehmen es in
Anspruch, sogar Nazis und StalinistInnen. Wirkliche Freiheit kann es aber nur da
geben, wo es keine Herrschaft von Menschen über Menschen gibt. Das bedeutet
also auch die Abwesenheit von Staat. Kapital, Geschlechterherrschaft
(Patriarchat), Rassismus und Imperialismus in jeder Form. Frei ist nur, wer über
sich selbst: sein Leben, seinen Körper und Denken, unbevormundet selber
entscheiden kann. Dazu bedarf es des Wohlstands für alle: guter Kleidung,
menschenwürdiger Wohnverhältnisse, ausreichend gesunder Nahrung, und das
Endes des Zwangs zur Arbeit. Heute stehen wir zum ersten Mal in der Geschichte
der Menschheit an der Schwelle eines Zeitalters, das diesen alten Traum möglich
machen könnte. Ja schon heute bräuchte es keine Hungerkatastrophen und kein
individuelles Elend auf Grund von Mangel mehr zu geben. Statt dessen leben wir
in einer Welt, die schamlos von den Herrschenden aller Couleur ausgebeutet,
zerstört und der Vernichtung anheimgegeben wird. Die großen Probleme unserer
Zeit wie Umweltzerstörung, Hochrüstung und Kriegsgefahr, Bildungsnotstand,
Arbeitslosigkeit und Hungersnöte, immer perfektere soziale Kontrolle, neuer
nationaler Größenwahn allenthalben und rabiate Machtausübung,
Frauenunterdrückung, Sexismus, Vergewaltigung und Mord, sprechen eine beredte
Sprache.
Die "Freiheit der Menschen" ist nicht zu verwechseln mit "der Freiheit der
Männer", als die auch manche Anarchisten ihre Lehre einseitig verstanden zu
haben scheinen. Wir leben nach wie vor in einer patriarchalisch organisierten und
beHERRschten Gesellschaft und Welt, in der die brutale Unterdrückung und
Ausbeutung von Frauen (und andersgesinnten Männern) die Regel darstellt.
Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass AnarchistInnen sich an vorderster
Stelle gegen die patriarchale Hierarchie auflehnen, die das stärkste und über die
ganze Welt verbreitete System der Herrschaft ist. Wir alle haben es tief
verinnerlicht. Männer und Frauen stehen ihren "Mann" in der hierarchischen
Pyramide und bewahren sie vor dem Einsturz. In den reichen Ländern, in denen
wir leben, profilieren Männer und Frauen (in dieser Reihenfolge) vom Patriarchat.
Frauen ziehen auch in dieser Gesellschaft in der Regel den kürzeren, und werden
zur ökonomischen Ausbeutung zusätzlich sexuell ausgebeutet und misshandelt.
Das trifft in doppelter Hinsicht auf ausländische Frauen zu, die darüber hinaus
noch Opfer des allgegenwärtigen AusländerInnenhasses und Rassismus sind. Viele
Berührungspunkte zwischen Feminismus und Anarchismus liegen somit auf der
Hand. Es kann aber auch nicht der Sinn von befreiender Gleichberechtigung sein,
wenn (Alibi) Frauen vom Typ Thatcher, Süßmuth, Breuel, Ciller etc. die Plätze
der Macht einnehmen, die Geschlechterrollen einfach umgetauscht werden. Wir
AnarchistInnen wollen den gänzlich freien Menschen, ohne Wenn und Aber,
gleichberechtigt in jeder Beziehung, und das hört nicht beim sog. "Privaten" auf,
sondern gilt gerade und insbesondere da.

ANARCHIE IST OHNE DIE FREIHEIT DER FRAUEN NICHT DENKBAR,
schon gar nicht "machbar", (Herr Nachbar...)!

Anarchie heißt auch nicht "Freiheit der Erwachsenen". Kinder sind in dieser
Gesellschaft als schwächstes Glied der Willkürherrschaft der Familien und
ErzieherInnen ausgesetzt. Weltweit sind Kinder als Spielball ihrer Eltern und als
Opfer verfehlter Erwachsenenmachtpolitik die Leidtragenden einer autoritären und
ausbeuterischen Gesellschaft. Das gipfelt in Vergewaltigung, Folter, Sklaverei und
Mord. Anarchie verwirklichen bedeutet vor allem, eine Zukunft für Kinder zu
schaffen, die befreit ist von autoritärer Unterdrückung und Manipulation. Kinder
sollen frei von Angst und Benachteiligung als kleine, ernstzunehmende Menschen
aufwachsen und sich entfalten können. Für sie haben wir zwar Sorge zu tragen
und ihnen auf Grund unserer größeren Erfahrung, Körperkraft und unserer
materiellen Möglichkeiten unsere Förderung, Schutz und Hilfe zukommen zu
lassen. Aber deshalb gibt es keinerlei "Besitzrechte" an ihnen. Es sind nicht unsere
Kinder, sondern zu allererst frei geborene und gleichberechtigte Menschenwesen,
die ein Recht auf persönliche Freiheit, Unversehrtheit und das Erbe einer intakten
Um-Welt haben.

Unserem Selbstverständnis gemäß sind wir natürliche GegnerInnen jedes
Rassismus und Nationalismus. FREIHEIT HAT KEIN VATERLAND und
niemand ist berechtigt, sich wegen seiner Herkunft oder Abstammung über andere
zu stellen.
Von Religionen halten wir ebenfalls herzlich wenig, auch wenn wir sie als
Privatangelegenheit tolerieren. Sie vernebeln die Hirne und machen die Menschen
in Erwartung eines "besseren Jenseits" regierbar. Autoritäre Pfaffenbonzokratien,
mit ihrer in der politischen Machtentfaltung nur allzu sehr "weltlichen"
Geistlichkeit, bekämpfen wir ebenso wie jeden Staat. Kapital und Staat versklaven
den Körper, die Kirchen den Geist. Und wie wir sehen, gehen beide in Form der
"Gottesstaaten" die verderblichste Symbiose ein (Herrschaft "von Gottes Gnaden"
, Inquisition, "heilige" Kriege, Scharia).

Wir setzen gegen Herrschaft und Unterdrückung uns selbst, das Individuum mit
dem revolutionären Bewusst-Sein, die Welt ändern zu wollen und zu müssen. Wir
setzen dagegen die Selbstorganisation aller freiheitlich denkenden Menschen und
unser Eintreten für unsere eigenen Belange und Bedürfnisse, ohne sie auf Kosten
anderer Menschen durchsetzen zu wollen. Wir setzen dagegen die DIREKTE
AKTION als subjektive und objektive Veränderung unseres Lebens im Großen
und Kleinen, ohne institutionelle Umwege. Wir tun das Machbare. Wir versuchen
das "Unmögliche" . Wir setzen gegen das verherrschte Jetzt den Willen jedes
einzelnen Menschen zur größtmöglichen FREIHEIT.

WIR BRAUCHEN KEINE ANDEREN HERREN, SONDERN KEINE! (Bert
Brecht)

Es gibt keine Patentrezepte, deshalb kann es bei uns auch keine perfekten
Programme, keine FührerInnen, Dogmen und VorbeterInnen geben. Die
Selbstorganisation ist nur möglich durch die weitestgehende Entfaltung, Mitarbeit
und Selbstverantwortlichkeit der Einzelnen zusammen mit anderen, und ihren
Willen, zu handeln.

Parlamentarismus in jeder Form ist im geringsten Fall die ständige Unterdrückung
von Minderheiten durch die etablierte Mehrheit. Darum lehnen wir auch diese
Form der Oberherrschaft ab. Es gibt kaum ein Verbrechen, das noch nicht von
sogenannten demokratischen Regierungen im Namen von "Demokratie" und
"Freiheit" begangen worden wäre, Mensch denke nur an die USA. Sogar Hitlers
NSDAP (ca. 30% WählerInnen) ist von den (konservativen) Weimarer
Demokraten 1933 ohne Not die Macht übergeben worden!
Wir wollen die Kompetenzen für uns behalten, die andere allzu bereitwillig
weggeben und in die Hände derer legen, die sie schändlichst missbrauchen. Ein
ausgeklügeltes System von Gesetzen und Verordnungen sorgt dafür, dass hier und
anderswo die ehrlich revolutionärste Partei innerhalb kürzester Zeit zum Polstor
wird. auf dem die Mächtigen komfortabel ruhen. Selbstbestimmung jedoch gibt der
Korruption keine Chance, denn wer bescheißt schon sich selbst?!

Noch etwas zum guten Schluss: Wir haben keine Lobby und kochen auch nur mit Wasser. Freiheit
ist auch nicht bequem und ungefährlich. Es liegt in der Natur der Sache, dass du dich schon selber
aufraffen musst, etwas zu tun, etwas in Bewegung zu bringen. Du kannst es! Wenn du also von
jemand etwas erwartest, dann erwarte es am besten erst mal von dir selber. Das ist ein guter Weg
zu gemeinsamer Stärke und Vielfalt .

 

Anarchie-was ist das?-Eine kurze Einführung

 

Was fällt dir ein beim schlichten Wort Anarchie ? Chaos ? Bombenattentate ? Terroristische Gewalt ? Utopieduselei ? Nun, dann sei dir eines gesagt : All dies bedeutet es mit Sicherheit nicht ! Anarchie ist nicht Chaos, sondern Ordnung ohne Herrschaft. Eine Gesellschaft in der alle gleich und frei sind, wo es weder Unten noch Oben gibt. Wir brauchen keine Herrschenden (Politiker, Wirtschaftsbonzen, Militärs, usw.) die uns diktiktieren und vorlügen wie wir zu leben haben. Wir wissen selbst was wir wollen und für uns gut ist ! In der Anarchie liegen alle Entscheidungen bei der Bevölkerung, und nicht bei irgendwelchen Parteien oder AristokratInnen. Es ist nichts als eine jahrtausendalte Lüge, dass der Mensch ohne Autoritäten nicht geselschaftsfähig sei. Diese Lüge dient einzig und allein den Herrschenden um ihre Macht zu erhalten. Die Menschen hingegen wiegelt sie gegeneinander auf und verhindert so, dass die Wurzeln des Übels sichtbar und in Folge beseitigt werden; d.h. sich die Menschen von jeder Form der Unterdrückung befreien. Anarchie steht weder für Bombenterror noch für terroristische Gewalt ! Das gegenwärtige System stützt sich auf ein Gewaltmonopol und unterdrückt alle kritischen und freiheitsliebenden Menschen. Anarchie hingegen ist ein Zustand der Gewaltlosigkeit ! Wir sehen Gewalt einzig allein als Mittel der Verteidigung und der Wiederherstellung von Gerechtigkeit, nie aber als Zweck. Anarchie ist durchaus keine Utopieduselei !Schon alleine in diesem, unserem Jahrhundert gab es zwei konkrete Beispiele, wo der Anarchismus im alltäglichen Leben umgesetzt und erfolgreich ausgelebt wurde (Ukraine 1919, Spanien 1936). Wir sehen ein, dass die Anarchie nicht von heut auf morgen durchsetzbar ist, doch kann zumindest jedeR in seiner Gemeinschaft dazu beitragen das Maß an anarchistischer Denkweise und Praxis zu erhöhen. Die Anarchie beginnt bei uns und unserern direkten Umwelt. Sowohl Kapitalismus, Faschismus, Feudalismus, als auch Staatskommunismus sind zum Scheitern verurteilt, weil sie die wahren menschlichen Bedürfnisse nach Freiheit und Selbstbestimmung nicht zu befriedigen vermögen. Der Anarchismus hingegen erlaubt es den Menschen ihr Leben so zu gestalten, dass sie ein Höchstmaß an Selbstverwirklichung und Entfaltung erlangen können, was zum Wohl und Vorteil von allen ist. Nimm dein Leben in die Hand ! Regier dich selbst und befrei dich aus jeglicher Unterdrückung und Bevormundung ! Die Zeit wird kommen, da wird ein Heer auferstehen die Wurzel allen Übels und Leids, das Kapital, zu zerstören, zu sprengen alle Ketten, zu vernichten alle Unterdrückung, alle Ausbeutung und allen Zwang. Es wird weder arm noch reich geben und alle Menschen werden frei sein und leben

Das Wort Anarchie:
Anarchie ist in erster Linie das Gegenteil von Hierarchie (=Rangordnung). Anarchismus ist ebenso eine politische Weltanschauung, Utopie und Revolution, die ohne Anwendung von Terror durchgeführt werden sollte.
Anarchie hat im Grunde nichts mit bekannten politischen Systemen zu tun: die anarchistische Gesellschaft basiert nicht auf Gesetzen, Staat oder Religion, sondern auf persönliche Akzeptanz, vertrauen, Freiheit und Gewaltlosigkeit.
Anarchie bedeutet nicht Chaos! Chaos ist: wenn ein Staat gegen einen anderen kämpft, wenn Völker aus religiösen Gründen Kriege führen, wenn Gesetze nutzlos oder unwirksam sind und die Nichteinhaltung von Gesetzen an der Tagesordnung stehen, wenn gemordet wird, wenn gefoltert wird, wenn vergewaltigt wird. Das ist Chaos! Anarchie hat nichts mit Gewaltverherrlichung zu tun. Anarchie hat nichts mit Terrorismus zu tun. Anarchie hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun.
Anarchist ist im Grunde jeder, der gegen Gewalt, Korruption und allen weiteren unmenschlichen Machenschaften ist und sich für alle ein gleich gutes Leben wünscht!

Warum geht es den Einen gut, den Anderen schlecht? Warum gibt es all diese Unterschiede? Warum ist man schwarz oder weiß, Deutscher oder Italiener, Mann oder Frau, homo- oder heterosexuell.............und nicht einfach nur Mensch??!!
Das sind fragen, über die ein Anarchist nachdenkt.
Der Begriff Anarchie wird häufig missbraucht, missverstanden oder ignoriert.
Wir wollen euch über Anarchismus aufklären und ihn euch näherbringen!

kurz gesagt: anarchismus heisst die gesellschaftsform, in der alle maenner und frauen frei sind und in der alle die vorteile eines geregelten und sinnvollen lebens geniessen....



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